AirbrushColor4you im Farbtest
Ein Beitrag von Heike "BiBu" Birkenbusch
Heike "Bibu" Birkenbusch
Kreativmensch
Wer mich kennt, weiß, dass ich, wenn es um Farben geht, ein absoluter Schmincke-Fan bin. Ob Acrylfarben, Aquarellfarben, einschließlich der supergranulierenden oder, in Kombination mit der Airbrushpistole, die Aqua Drops und natürlich nicht zu vergessen die AeroColor – seit vielen Jahren arbeite ich mit diesen Farbtönen. Ich mag es, wie die Farben harmonisch aufeinander eingestellt sind und schätze außerdem, dass sie in Deutschland hergestellt werden. Natürlich darf dabei auch die Qualität und das faire Preis-Leistungs-Verhältnis nicht fehlen – all das hat mich zu einer überzeugten Schmincke-Anwenderin gemacht.
Warum dann also eine neue Farbe testen?
Ganz einfach: Ich schaue sehr gerne über den Tellerrand und probiere Neues aus, auch wenn es um Farben geht. Mit den AeroColor, den transparenten Farben, stoße ich inzwischen an Grenzen. Denn mittlerweile arbeite ich lieber auf Leinwände und experimentiere dort viel im Mixed Media Bereich. Da arbeite ich mit Spachtelmasse und dicken Acrylschichten und meine gewohnte Arbeitsweise mit den mir vertrauten Kratz- und Radiertechniken funktionieren hier nicht mehr. Dafür kommt, neben meiner geliebten Airbrushpistole, der gute alte Pinsel wieder zum Einsatz. Schmincke bietet übrigens auch eine deckende Airbrush-Farbserie – die AeroColor Total Cover. Ich habe diese Farbe schon einmal ausprobiert, aber der erhöhte Tip Dry – also das vorzeitige Antrocknen der Farbe an der Nadelspitze – hat mir nicht wirklich zugesagt. Deshalb war diese Serie keine Option für mich. Dann bekam ich Ende letzten Jahres das Angebot, in einem angesagten Touristengebiet an der Nordseeküste Workshops anzubieten. Sobald im März die neuen Termine bekannt gegeben werden, kann man sie unter diesem Link finden.
Airbrush als Kursthema
Für mich eine perfekte Möglichkeit, die Faszination der Airbrushtechnik an Interessierte und Neulinge weiterzugeben. Dabei stellte sich mir die Frage: Welches Material will ich in den Kursen anbieten und empfehlen? Für mich kommen bei Farben vor allem vier Eigenschaften in den Sinn: -> Ein sauberes Spritzbild -> Einfache Handhabung -> Gute Fließfähigkeit -> Hohe Lichtechtheit
Als ich mit Frank Herterich von "Herterich Products" über die zukünftigen Kurse sprach, fragte er ob ich nicht die Farben der Airbrushserie "AirbrushColor4you" testen möchte. Da ich schon einmal positive Erfahrungen mit den Farben gemacht hatte, sagte ich ohne zu zögern zu und habe mir aus dem Farbsortiment ein paar Farbtöne, sowie die Medien Stretcher, Reducer und das Thick’n BrushPaint zusenden lassen. Nachdem du einen Einblick in meine Arbeitsweise und die Hintergründe über meine Erwartungen an meine Ansprüche zur Farbenwahl bekommen hast, geht es ans Eingemachte. Ich zeige dir, wie die Farbe bei unterschiedlichen Tests, von der Fließfähigkeit bis zur Radierfähigkeit, abgeschnitten hat. Außerdem wird es spannend sein zu sehen, wie die neue Farbserie in Kombination mit dem Thick’n BrushPaint , einem Medium als Zugabe für ein homegenes malen mit Pinsel, performt.
Fließfähigkeit und Deckkraft
Colorcheats und Testergebnis auf schwarzer Leinwand mit Airbrushcolor4you
Hüte
Kursbild: Hüter der Träume
Beim ersten Test habe ich den Farbton 116 Sulfur unverdünnt meine Infinity 2024 Airbrush gegeben. Ich war echt überrascht, wie leicht und geschmeidig die Farbe durch die Pistole flutscht.
Sofort fiel mir besonders auf, das Sprühbild: sauber, weich und gleichmäßig.
Um die Deckkraft zu prüfen, habe ich die Farbe auf eine schwarze Leinwand gesprüht. Der gelbe Farbton zeigte sich sofort und erreichte blitzschnell die volle Sättigung. Die anderen Farbtöne, die mir zur Verfügung standen, haben diesen Test ebenso souverän bestanden. Selbst beim Sprühen mit unverdünnter Farbe sammelt sich so gut wie kein Tip Dry an der Nadelspitze an.
Mit der Farbe Ruby Red habe ich die Radiereigenschaften auf Synthetikpapier getestet. Dazu wurde die Farbe einmal im Verhältnis 20: 1 mit dem Stretcher verdünnt, beim zweiten Mal habe ich die Farbe im Verhältnis 10:1 verdünnt. Die Haftung war in beiden Fällen sehr gut auf dem glatten Untergrund und wie man auf den Fotos erkennt, kann man hier sogar bis zum Weiß des Untergrundes radieren.
Testergebnis auf Synthetikpapier Academie Series 200 g/m²
Testergebnis auf Clairefontaine mixed Media Paint On 250 g/m²
Hier sind dieselben Mischverhältnisse, wie oben beim Synthetikpapier. Wie man gut erkennen kann, sind die Ergebnisse auf diesem Untergrund nicht so gut. Nun ist das verwendete Papier für den Einsatz von Radierern auch nicht empfehlenswert, da die Farben zu sehr vom Papier absorbiert werden und sich deshalb schwer manipulieren lassen. Dafür überzeugt der Stretcher auf ganzer Linie. Mit der Zugabe erhöht sich die Transparenz deutlich und der Farbton lässt sich in vielen Schichten langsam aufbauen, ohne die anderen Eigenschaften, wie z. B. die Haftung, zu verlieren. Das ist mir gerade bei dem sehr glatten Synthetikpapier aufgefallen. Die Farbe lässt sich weich auftragen. Trocknet sehr schnell auf der glatten Oberfläche und lässt sich gut in Schichten aufbauen, ohne dass die Farbe durch den Luftstrom wegläuft.
Thick’n BrushPaint
Jetzt kommt ein richtig cooler Zusatz: Thick’n BrushPaint. Das ist ein Verdicker, der speziell für den Einsatz mit Pinseln entwickelt wurde. Einfach im Verhältnis 3:1 zur Farbe geben und schon verwandelt sich jede Farbe aus der Serie – auch selbst angemischte – in eine homogene Farbfläche. Das ist nicht nur für Modellbauer interessant, sondern eröffnet auch im künstlerischen Bereich neue Möglichkeiten, wenn der Farbton zum Pinseln genauso ist, wie die Farbe in der Pistole. Kein umständliches und langwieriges Mischen und anpassen. Das kommt mir im Bereich Mixed Media sehr entgegen. Die Airbrushtechnik spielt bisher in diesem Bereich keine große Rolle. Ich plane, hier weiter zu experimentieren und das Thema zu vertiefen.
Ruby Red angemischt mit Thick’n BrushPaint und Reducer
Beim oberen Feld (1 a) habe ich die Farbe Ruby Red lediglich 1:2 mit dem Medium Thick’n BrushPaint verarbeitet. Die angemischte Farbe fühlt sich geschmeidig an und lässt sich sehr schön und weich mit dem Pinsel verarbeiten. Auf dem Mixed Media Papier zeigen sich leichte Pinselspuren. Auf dem Synthetikpapier fallen diese deutlicher aus. Als Nächstes habe ich zu der Farbe / Thick’n BrushPaint Mischung noch 1 Teil Reducer hinzugegeben. Somit hatte ich eine Mischung aus 1 Teil Farbe: 2 Teilen Thick’n BrushPaint : 1 Teil Reducer. Damit ließ sich die Farbe richtig schön homogen auf dem Mixed Media Papier auftragen. Als Vergleich habe ich jeweils Schmincke AeroColor und Schmincke Akademie Acrylfarbe unverdünnt mit dem Pinsel auf die beiden Testpapiere gemalt. Jeder Farbauftrag wurde nur in einer Lage aufgetragen. Ich freue mich da schon auf weitere Experimente! Für meinen Geschmack hat sich die Kombination aus Airbrushcolor4You / Thick’n BrushPaint / Reducer mehr als ordentlich geschlagen. Die Farbe ließ sich sofort ganz einfach, schön gleichmäßig auftragen. Synthetikpapier ist kein geeigneter Untergrund zum Malen. Deshalb lasse ich das Ergebnis unkommentiert und nur durch das Foto wirken.
Vergleichsfarben AeroColor Karmin und Akademie Acryl Karminrot
Ergebnis auf Clairefontaine Mixed Media und Synthetikpapier
Fazit und Zusammenfassung
Eine Farbe für alles - das hört sich zu gut an, um wahr zu sein. Aber ich denke, die Airbrushcolor4You von Herterich Products haben tatsächlich das Potenzial dazu. Kommen wir noch einmal zu meinen Erwartungen und Ansprüchen an eine Airbrushfarbe zurück: Gute Fließfähigkeit - geschmeidig und kaum Tip Dry = Test bestanden Ein sauberes Spritzbild - weich und sauber - mit dem Reducer noch besser = Test bestanden Einfache Handhabung - kann gleich aus der Flasche verarbeitet werden, kaum Tip Dry, langes Arbeiten möglich = Test bestanden Hohe Lichtechtheit - da vertraue ich den Angaben Alles in allem bin ich positiv überrascht. Die Tests zu machen und die Ergebnisse zu beobachten, haben mir richtig Spaß gemacht. Das erste WOW!-Erlebnis hatte ich, als ich die gelbe Farbe pur auf die schwarze Leinwand gesprüht habe. Die Deckkraft der AirbrushColor4you ist unglaublich. Die Farbe steht satt und leuchtend auf dem Untergrund und läuft dabei butterweich aus der Pistole heraus. Radierfähigkeit: Es ist möglich den Farbauftrag der AirbrushColor4You, auf den dafür geeigneten Untergründen, mit radieren zu manipulieren. Die Ergebnisse reichen aber nicht ganz an denen von transparenten Farben heran. Nach diesen Tests habe ich mich entschieden, dass ich in meinen Airbrush-Schnupper-Kursen mit diesen Farben arbeiten werde. Nicht nur die unkomplizierte Art und Weise, wie sich die Farbe verarbeiten lässt und vor allem, wie lange man mit ihr ungestört sprühen kann, haben mich überzeugt. Ich denke, gerade für Einsteiger und absolute Neulinge ist es wichtig, gutes Material an die Hand zu bekommen, das unkompliziert ist und mit dem das Arbeiten auch wirklich Spaß macht. Alleine zu lernen, wie man mit der Airbrush umzugehen hat, ist schon eine große Herausforderung. Wenn man sich dann noch mit einer dauernd verstopften Düse und angetrockneten Farbklumpen an der Nadelspitze herumärgern muss, kann aus Spaß ganz schnell Frust werden. Diese Erfahrung möchte ich meinen Teilnehmern gerne ersparen. Auch die Möglichkeiten, die sich mit dieser Farbe für meine eigene Kunst ergeben, sind äußerst spannend und reizvoll!
Vielen Dank an Heike für diesen informativen und ausführlichen Test und freuen uns das wir Dich mit unserer Farbserie überzeugen konnten.
Heike Birkenbusch
Kreativmensch, Farbenliebhaberin und „Geschichtenmalerin“ aus Ostfriesland



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